Dellen-Doktor auf Weltreise

beitrag-dellen-lingen
12 Okt

Dellen-Doktor auf Weltreise

Hagelschaden – Dellen-Doktor auf Welt-Reise

Gronau. Drücken und ziehen – das ist Patrick Les Job. Klingt simpel, ist es aber nicht. Nicht nur, weil er das den ganzen Tag macht, Stunde um Stunde, bis die Augen müde werden. Patrick Le ist ein weltweit gefragter Spezialist im Drücken und Ziehen.

Seit 13 Jahren macht er diesen Job, und er muss sich um Arbeitslosigkeit kaum Sorgen machen. Seine Krisensicherheit gründet sich auf Krisen, die eher zunehmen als ab: auf Wetterkatastrophen. Patrick Le ist Dellen-Doktor für Autos, einer von 65 von „Global Hail Network“. Der Engländer reist um die Welt, dem Hagel nach, dorthin, wo er gebraucht wird. Wie jetzt in Gronau.

Sein derzeitiger Auftraggeber Joachim Lingen erinnert sich noch gut an den 22. Juni. „Ich war gerade mit dem Fahrrad unterwegs und habe den Hagel hautnah miterlebt“, erzählt der Geschäftsführer der Firma Bründermann & Lingen. „Ich habe mir gleich gedacht, dass da richtig was hinterherkommt.“
Er sollte recht behalten: Tags drauf, am Montag, folgte dem Hagel- der Kundensturm – und der reißt seither nicht ab. „Es geht hier zu wie im Taubenschlag“, sagt Lingen. Tatsächlich klingelt immer wieder das Telefon, stehen neue Kunden mit Reparaturaufträgen vor ihm. Drei Ordner füllen die mittlerweile, rund 190 sind es aktuell, schätzt Lingen. Erst 35 sind erledigt. Und während er den Kunden immer wieder sagen muss, dass er noch keinen Termin absehen kann, sitzt draußen im Schatten des Gebäudes der Kfz-Sachverständige Claus Rattay, um weitere Schadensfälle von Zurich-Versicherten unter die Lupe zu nehmen. Er ist dort nicht der erste Versicherungs-Gutachter an diesem Tag. „Die Leute bemerken die Dellen oft erst, wenn sie ihr Auto waschen“, erklärt Lingen.

Glücklich ist er über die Flut an Fällen aber nicht. Seit dem Hagel ist er richtig im Stress, schiebt Überstunden – und hinkt der Arbeit doch hinterher. Wie der Kalender in seinem Büro der Zeit. „Noch kommen mehr Autos rein, als vom Hof gehen“, sagt Lingen. Weil aber auch das Tagesgeschäft weiterlaufen muss, hat er – in weiser Voraussicht – vorgesorgt: „Ich hatte schon ein fertiges Hagel-Konzept in der Schublade“, verrät er. Das trägt vor allem einen Namen: „Global Hail Network“, wobei das nicht das einzige Unternehmen dieser Art ist.

Seit dem 7. Juli greift das Konzept in persona von Patrick Le. Rund zehn Stunden drückt und zieht er im eigens aufgebauten Zelt neben der Werkstatt die Dellen. Drückt, wo er von der anderen Seite mit dem Eisen rankommt, wofür teils die Innenverkleidung entfernt werden muss. Zieht, wo er nicht drücken kann, etwa an Holmen. Dafür klebt er mit einem Spezial-Kleber einen Pin auf’s Blech, wartet, bis er hart ist, und zieht mit einem Werkzeug am Pin die Delle raus. Die Kleberreste entfernt er mit einer Tinktur.Beide Prozeduren erfordern Erfahrung, Fingerspitzengefühl – und Zeit. Langsam arbeitet sich Le Delle für Delle vor. Der aktuelle Wagen hat rund 100. „Wir hatten schon Autos mit über 200“, sagt Lingen. Kein Wunder, dass nur ein bis zwei Autos pro Tag repariert werden können.

Aber auch mit der neuen Methode werde es wohl bis Weihnachten dauern, bis der letzte Wagen den Hof verlässt, schätzt der Firmenchef. Wenn nicht noch ein zweite Hagel-Katastrophe kommt, wie kürzlich in Stuttgart. „Wenn wir das hier kriegen, dann gute Nacht Marie“, sagt Lingen.
Überraschen aber würde es ihn nicht, ist er doch sicher, dass diese Art Wetterkapriolen zunehmen. Ebenso wie Claus Rattay: Gronau, Osnabrück, Essen, Krefeld – dort hat der Kfz-Experte in jüngerer Zeit Hagelschäden begutachtet. War er 2007 zwei Wochen „auf Hageleinsatz“, seien es in diesem schon viereinhalb gewesen. Teils deutlich schlimmere als in Gronau: Von 500 bis 5000 Euro reiche hier die Spanne der Schäden, resümiert er. Und zeigt auf seinem Laptop das Bild eines BMW, den es in Krefeld erwischt hat: übersät mit so tiefen Dellen, dass teilweise der Lack gerissen ist, die Plastikabdeckung unter der Frontscheibe gar durchschlagen. Schaden: rund 20 000 Euro. Am letzten Wochenende erst hat es in Dortmund gehagelt. „Jetzt reicht es langsam“, findet Rattay. Es klingt nach einem Wunsch, von dem er selbst nicht glaubt, dass er in Erfüllung geht.
Firmen wie „Global Hail“ dürfte es freuen. Lingen hat bereits einen zweiten Dellen-Doktor angefordert, Montag soll er kommen. Derweil entfernt Patrick Le alleine die Dellen, drückt und zieht. Rund 500 Kilometer von seiner Heimat London entfernt – und seiner Freundin, die er alle paar Wochen sieht. „Das ist ein harter Job“, sagt Le . . .

 

Text: von MARKUS KAMPMANN, GRONAU – Allgemeine Zeitung

Kontakt

Kontakt

Lingen Lackier- & Karosserie-Zentrum GmbH
Maybachstraße 1 · 48599 Gronau
Telefon  0 25 62 / 99 11 000
Telefax  0 25 62 / 58 64
E-Mail   info@lackierzentrum-gronau.de

Hier finden Sie uns

Partner

widgets-lingen

Ausgezeichnet

Wir rufen zurück

Ihr Name (Pflichtfeld)

Ihre E-Mail-Adresse (Pflichtfeld)

Telefonnummer

Bewirb dich jetzt!!! Kontakt
Bewirb dich jetzt!!! Kontakt